Von Lorenz Rassmann publiziert am 13. Oktober 2016

Schädliche Links entfernen – So entgiften Sie das Backlinkprofil Ihrer Webseite

Auch für eine Webseite kann eine Entgiftungskur von Zeit zu Zeit nützlich sein. Dabei geht es um Backlinks – genauer gesagt schädliche Verweise von anderen Seiten. Denn gerade in wettbewerbsstarken Branchen beobachten wir in letzter Zeit, dass schädliche Backlinks für Seiten von Wettbewerbern gesetzt werden, um diesen zu schaden. Daher sollte in regelmäßigen Abständen das Backlinkprofil einer Seite geprüft und ein Link Disavow durchgeführt werden.

Warum ist ein Link Disavow notwendig?

Lange Zeit bestand der wesentliche Teil der Suchmaschinenoptimierung (SEO) darin, sogenanntes „Backlinking“ mit teils fragwürdigen Methoden zu betreiben. Dazu wurden Links auf externen Seiten wie beispielsweise Foren oder Webverzeichnissen gekauft, um über die Masse der Verweise die Reputation der verlinkten Webseite zu erhöhen.

Da auf diese Weise die Manipulation der Suchergebnisse recht einfach war, wurde dieser Technik Schritt für Schritt ein Riegel vorgeschoben und die Bewertungskriterien geändert. Heute liegt der Fokus zunehmend auf User-Zufriedenheit und gutem Content. Das hatte zum Teil drastische Auswirkungen für Seiten, deren SEOs zuvor eine Menge Backlinks gekauft hatten. Denn Google quittiert seit einigen Jahren derartige Manipulationsversuche mit einer „manuellen Maßnahme“, die sogar soweit führen kann, dass die betroffene Domain gar nicht mehr in den Suchergebnissen gefunden werden kann.

Über Google Search Console Links für ungültig erklären

Doch wenn man richtig reagiert, ist das Kind nicht vollends in den Brunnen gefallen. Für eine manuelle Gegenmaßnahme hat Google das Tool „Links für ungültig erklären“ in die Google Search Console (vorher Webmaster Tools) integriert.

Darüber lassen sich die Altlasten aus fragwürdigen Links mit geringer Qualität bei Google mit der Bitte, diese Links künftig nicht mehr in die Bewertung einfließen zu lassen, einreichen. Der Prozess zur Generierung und Einreichung dieser Links wird als „Link Disavow“ bezeichnet.

Giftige Links als Mittel, um Wettbewerbern zu schaden

Doch nicht immer sind die Techniken des eigenen SEOs Schuld an einer manuellen Maßnahme aufgrund von unnatürlichen Links. Gerade in wettbewerbsintensiven Branchen beobachten wir auch eine andere Praktik, gegen die das Tool der Search Console hilfreich sein kann.

Denn tatsächlich scheint es mitunter eine gängige Methode zu sein, Wettbewerbern zu schaden, indem für diese schädliche Backlinks generiert werden. Das Kalkül dahinter: durch schädliche Links den Wettbewerber aus den Suchergebnissen drängen.

Schädliche Links identifizieren

Doch wie können Sie schädliche Backlinks ausfindig machen? Google selbst stellt zumindest einen Teil der identifizierten Backlinks einer Seite in der Search Console unter „Suchanfragen > Links zur Ihrer Webseite“ zur Verfügung, ohne jedoch auf die Qualität der Links einzugehen. Trotzdem kann ein Blick auf diesen Bericht Schwachstellen offenbaren.

Sie haben hier ein russisches Forum, welches 20.000 Mal auf Ihre Webseite verlinkt? Dann hat entweder Ihr SEO Techniken aus der Urzeit angewandt oder ein Wettbewerber möchte Ihnen das Leben schwermachen. In jedem Fall sollten Sie eine komplette Liste der identifizierten Links als Excel exportieren und diese einmal in Ruhe nach eben genannten Auffälligkeiten untersuchen.

Links bewerten mit SEO Backlink Checkern

Die Liste ist auch für den nächsten Schritt hilfreich, bei dem Sie die Qualität der von Google identifizierten Links mit Hilfe einiger Tools bewerten lassen. Dafür schicken Sie Ihre Liste im Bulk durch Tools wie majesticSEO und erfahren so, welchen Trust die verlinkenden Seiten überhaupt besitzen. So können Sie leicht Seiten mit niedrigen Trustwerten identifizieren.

Doch Google Search Console bietet Ihnen nur eine Auswahl der von Google indizierten Links. Daher sollten Sie auch andere Quellen heranziehen, um möglichst viele Ihrer Backlinks erfassen und bewerten zu können. Auch hierfür eignet sich beispielsweise majesticSEO oder das Open Link Profiler.

Kriterien für schädliche Links

Es gibt verschiedene Kriterien, die dafür sorgen, dass eine verlinkende Seite nur geringe Trustwerte besitzt.

  • Die Webseite ist eine „Linkschleuder“, hat also sehr viele ausgehende Links. Klassische Beispiele dafür sind viele Webkataloge und –verzeichnisse.
  • Die verlinkende Seite befindet sich in „schlechter Nachbarschaft“, hat also selbst Links von Seiten, die mit einem Google Penalty belegt wurden.
  • Die Webseite ist mit Werbung und Pop-Ups überfrachtet und macht generell keinen Eindruck, als sollten Nutzer sich hier wohlfühlen.

Link Disavow File anlegen

Wenn Sie auf diese Weise eine Reihe von Links identifizieren konnten, ist es ratsam, diese bei Google einzureichen. Dazu müssen Sie eine txt-Datei nach einem speziellen Muster anlegen, in der die verweisenden Domains oder einzelnen Links aufgeführt sind. Diese sieht beispielsweise so aus:

# Diese Domains sind schädlich

domain:spam.com

domain:spam1.com

# Konkrete URLs, die schädlich sind

http://www.spam.com/page-46

http://www.spam.com/page-47 

Was Sie beim Einsatz des Disavow Tools beachten sollten

Sind alle diese Links wie beschrieben in einer Datei erfasst, kann sie bei Google eingereicht werden. Bevor das getan wird, sollte aber auf jeden Fall sichergestellt werden, dass die Liste tatsächlich nur potenziell schädliche Links enthält. Würden nämlich Links disavowed, die eigentlich positive Auswirkungen auf Ihre Webseite haben, würde das die Sichtbarkeit Ihrer Seite schwächen.

Außerdem sollte – auf explizite Anordnung von Google – das Disavow Tool nur als „Last Ressort“ eingesetzt werden. Besser ist es den Link tatsächlich löschen zu lassen, also den betreffenden Webmaster um eine Entfernung zu bitten. Erst wenn das trotz Bitte nicht geschieht oder der betreffende Webmaster gar Geld für die Entfernung verlangt, sollte das Disavow-Tool zum Einsatz kommen, um Ihre Seite vollständig zu entgiften.

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